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Der 2. Weltkrieg hat seine Spuren
in Russland hinterlassen. Bei seinen Reisen hat Sensei Keller große Bereitschaft und Akzeptanz für die Werte, die im Karateunterricht vermittelt werden, bei der dortigen Bevölkerung gesehen. Sehr viele Kinder sind damals zu Waisen geworden und lebten in ärmsten Verhältnissen. Trotzdem begegnen einem die Menschen hier mit Freundlichkeit, Tatendrang und Zuversicht in Verbindung mit Fleiß der stets beibehalten wurde. Sensei Keller war davon angetan, dass die verwaisten und dessen Kinder nicht quasi bettelten, sondern nach dem Prinzip des Nehmens und Gebens handelten. Die Kinder revanchierten sich bei jedem Geben mit einem kleinen Geschenk. Er konnte sich so gut an die Erzählungen seiner Mutter von der Zeit in Deutschland nach dem 2. Weltkrieg erinnern. Zu dieser Zeit äußerte Sensei Keller den Wunsch, ein Waisenhaus zu besuchen. Bei diesem Besuch eines Kinderheims in Moskau überreichte ein behindertes Kind ein selbst gemaltes Bild von Buddha, das Sensei Keller bis nach Hause in Deutschland mitnahm.
Es war wie eine Fügung:
Die Kinder des Waisenhauses trieben in ihrer Freizeit Karate, jedoch ohne Gi. Die Moskauer Trainer haben diesen Sport aus Büchern gelernt und aus Eigeninitiative und unglaublichem persönlichem Engagement dort eingeführt. Natürlich haben dort viele Leute kein Geld für Beiträge oder für den Kauf eines Gi. In Deutschland angekommen begann Sensei Keller einen Spendenaufruf zu starten. Ein Jahr später konnten wir die Gi- und Geldspenden persönlich in das Waisenhaus nach Moskau bringen. Damals stellten wir fest, dass der reine Transport der Gis und die Zollformalitäten sehr teuer und kompliziert waren. Die Herstellung eines neuen Gi in Moskau kostet nur etwa 10 Dollar. Ebenso werden dadurch vor Ort Arbeitsplätze geschaffen.
Durch die Spendengelder
und durch die finanzielle Unterstützung des WUKF-Präsidenten, Herrn Messias de Olivera, wurde im Oktober 2006 eine Reise von zwei Moskauer Jugendlichen nach Deutschland möglich. Sie trainierten in unserem Karate Dojo Budo Akademie Dorum e.V. Ende dieses Jahres werden Sensei Keller und ich, seine Frau, erneut nach Moskau reisen, um zwei Kinderheime zu besuchen. Ebenfalls werden wir 50-60 Gis im Wert von 660 Dollar (in Moskau gefertigt) dem dortigen Waisenhaus übergeben. Es muss an dieser Stelle betont werden, dass Sensei Keller die Spendengelder nicht bar weitergibt, sondern stets die Dinge besorgen lässt und persönlich übergibt, die von den Menschen dort am dringendsten benötigt werden. Dies garantiert, dass keine Gelder versickern.
Gerade durch das humanitäre Engagement
ist Sensei Keller nicht nur einer der erfolgreichsten sondern auch einer der größten nichtjapanischen Großmeister. „Groß“ schon wegen seines Engagements nicht nur in Moskau. „Erfolgreich“ nicht zuletzt, weil er bereits seit 35 Jahren Karate in Deutschland zu großem Ansehen und internationalem Renommee geführt hat. Die von ihm durchgeführten Lehrgänge verzeichnen so viele Teilnehmer wie nirgendwo weltweit. Selbst japanische Senseis zeigten sich sehr beeindruckt von der Größe dieser Veranstaltungen, wie sie international keinen Vergleich finden. Selbst die Wochenendlehrgänge waren stets voll, zuletzt im September in Hamburg konnten knapp 350 (Dreihundertfünfzig!) Teilnehmer verzeichnet werden. Der Kommentar eines Teilnehmers aus Siegen (Rolf) war bezeichnend: „Die Atmosphäre und die Teilnehmerzahl erinnern mich an die Zeiten des DKB“. In diesem Zusammenhang möchte ich diese Ausführungen mit einem Satz von Sensei Keller schließen: In diesem Leben musst du selber entscheiden, was Du machst. Das ist Karate-Do. Wie er zu sagen pflegt: „Du entscheidest!
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